Tesla Model 3 als Firmenwagen

Letzte Aktualisierung des Beitrags am 14. Juni 2021

Vorweg: dieser Beitrag ist für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gedacht, welche sich überlegen, ein (reines) Elektroauto als Firmenwagen zuzulegen.


Aktualisierungen

  • 7. März: Kostensenkung bei Tesla und Erhöhung des pauschalen Auslagenersatzes auf 70,- Euro
  • 20. März: Ergänzende Klärung nachträglicher Kauf von EAP oder FSD(=> möglich)
  • 22. März: gültiger Zeitpunkt zur Berechnung des BLP (es gilt Tag der Erstzulassung)
  • 1. Mai: Aufschlüsselung Kosten Arbeitgeber
  • 7. Mai: kleinere Korrekturen und bessere Erklärung Berechnung Umsatzsteuer für Arbeitgeber
  • 9. Mai: Korrektur Bemessungsgrundlage: abrunden auf volle 100,- Euro
  • 14. Juni: Sprungmarken für Direktverlinkungen (der Beitrag ist inzwischen doch ein wenig lang geworden)

 

Den Schritt hin zum reinen Elektroauto konnte ich – dank meines Arbeitgebers – im August 2020 vollziehen und bin seitdem extrem froh und glücklich über die Entscheidung, „umgestiegen“ zu sein.

Während der Recherche-Phase im Juni und Juli 2020 habe ich mich mit diversen Regeln, Gesetzen und Abläufen befasst, da dies nicht nur mein erster Firmenwagen wurde, sondern auch der erste im Unternehmen.
Wenn der folgende Beitrag hilfreich ist und ein Tesla als Firmenwagen auch für Dich in Betracht kommt, freue ich mich über die Verwendung des Weiterempfehlungs-Programms von Tesla: https://ts.la/sebastian36243 (das gibt 1.500 Gratis-Kilometer am Supercharger Laden – mehr Details am Ende des Beitrags)

Die Vorteile eines reinen E-Autos als Firmenwagen

  • 0,25% Versteuerung geldwerter Vorteil (statt 1% wie bei Verbrennern) bei E-Autos bis 60.000 Brutto-Listenpreis für den Arbeitnehmer
  • 6.000 Euro Förderung von der BAFA – nicht nur bei Kauf sondern auch bei Leasing-Verträgen, sofern das Basismodell unter 40.000 Euro netto kostet
  • monatlich bis zu 50 70 Euro pauschaler Auslagenersatz (bspw. statt Tank- bzw. Ladekarte) vom Arbeitgeber (steuerfrei, Erhöhung von 50 Euro 2020 auf 70 Euro 2021)

Die Idee stand im Raum, nun ging es an’s Eingemachte: wie viel Auto geht, um den Rahmen optimal nutzen zu können? Tesla macht es einen hier leider nicht all zu leicht (vor allem Mitte 2020), aber es hat sich beim Model 3 folgendes heraus kristallisiert:

  • Volle Förderung durch die BAFA mit 6.000 Euro, da das Tesla Model 3 Standard Range Plus (SR+) 36.605,04 € Euro netto kostet (Stand 7. März 2021). Wichtig: die 39.990 Euro brutto, welche Tesla auf der Website im Konfigurator ausgibt, beinhaltet die herstellerseitige Förderung in Höhe von 3.000 Euro netto!
    Die BAFA listet das Model 3 nur noch als „Model 3 2021“ – die Varianten Long Range (größerer Akku und Allrad) oder Perfomance (größerer Akku, Allrad und stärkere E-Motoren) gelten als Zusatzausstattung, welche sich nicht auf die Förderfähigkeit auswirken. In der Liste der BAFA ist das Model 3 noch mit 39.982,76 Euro angegeben – die Differenz erklärt sich aus dem angepassten Netto-Preis, weil Tesla die Erhöhung auf 19% MwSt. nicht an den Kunden weitergegeben hat sowie der zusätzlichen Preisreduzierung im Januar. Grundsätzlich gilt: günstiger geht immer und ist kein Problem für die BAFA-Förderung
  • 0,25% bis 60.000 Brutto-Listenpreis (BLP): hier wird es jetzt komplizierter: während für die 6.000 Euro Förderung durch die BAFA der Nettopreis des Basismodells als Grundlage herangezogen werden, gilt für die Versteuerung des geldwerten Vorteils der Brutto-Listenpreis des Autos inklusive Sonderausstattung (Long Range, Anhängerkupplung, EAP, teurere Felgen usw.) zum Zeitpunkt der Erstzulassung, jedoch ohne Zusatzkosten wie Winterreifen, Überführungskosten und Bearbeitungsgebühren.
    Extras wie beispielsweise der „Enhanced Autopilot“ (EAP für derzeit 3.800,- Euro brutto) oder gar das „Volle Potenzial für autonomes Fahren“ (kurz FSD für „Full-Self-Driving“) für derzeit 7.500,- Euro brutto zählen dann nicht zum BLP, wenn das Upgrade explizit nach Kauf-/Leasingabschluss erfolgte (im Idealfall also erst nach der Zulassung). Wird es hingegen gleich bei der Bestellung des Fahrzeugs mit geordert (=> eine Rechnung), zählt es zum BLP. Hier muss man abwägen, was sinnvoller ist, da nachträglich erworbene Upgrades an das Fahrzeug gebunden sind und mit Leasing-Ende auch wieder mit zurück gegeben werden. Das Fahrzeug wird nachträglich also aufgewertet: ob das aber bei Rückgabe auch finanziell honoriert wird, darf bezweifelt werden.
    Wichtig für die korrekte BLP-Berechnung ist aber der Abzug des Umwelt- bzw. Innovationsbonus. Tesla selbst gibt in seinem Konfigurator dazu erst mal keine Informationen und auch die Rechnung später muss nochmal abgeändert werden, bis der tatsächliche BLP feststeht. Daher im Folgenden eine Beispielrechnung.

Brutto-Listenpreis aufgepasst

Nochmal die oben erwähnten Punkte bzgl. Sonderausstattung, nachträglicher Upgrade sowie Zeitpunkt der BLP-Berechnung zusammengefasst:

  • wird das Auto im Konfigurator mit EAP bestellt, zählt dieses zum BLP
  • wird der EAP nachträglich (im besten Falle nach Zulassung) als Upgrade über die Tesla-App gekauft, zählt es nicht zum BLP
  • ausschlaggebend für den BLP ist laut Gesetz der inländische (= deutsche) Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung: verändert Tesla also ungünstig die Preise (bspw. teurere Farbe), könnte es nachträglich zu einem Problem mit den 0,25% werden, wenn knapp kalkuliert wurde (bspw. ein Model 3 Performance mit aufpreispflichtiger Lackierung). Dieses Risiko dürfte aber extrem gering sein – erfahrungsgemäß dreht Tesla eher immer zu Gunsten der Kunden am Preis.

Durchhalten, bald ist es geschafft!

Das Model 3 ist auf der Website schnell konfiguriert und durch die letzte Preissenkung gibt es sogar die Performance-Variante für unter 60.000 Euro. Beispiel Model 3 Performance in rot:

Nun könnten wir meinen: inkl. Steuern, unter 60.000, passt. Dem ist aber nicht so, denn der angezeigte Kaufpreis hat nichts mit dem Brutto-Listenpreis gemein. Denn die Rechnung geht so:

Tesla Model 3 Perfomance in rot Netto Brutto (19%)
Model 3 2021 (inkl. Hersteller-Umweltbonus) 33.605,04 € 39.990 €
Hersteller-seitiger Bonus (verpflichtend für 6.000 Euro BAFA) 3.000,00 € 3.570 €
Model 3 2021 (ohne Hersteller-Umweltbonus) 36.605,04 € 43.560 €
Zusatzausstattung Performance 12.605,04 € 15.000 €
Lackierung 1.764,71 € 2.100 €
Bruttolistenpreis (BLP) 50.975 € 60.660 €

Hier zeigt sich: obwohl im Tesla-Konfigurator 58.070,- Euro angegeben werden, liegt der BLP über den wichtigen 60.000,- Euro: zwar dürfen die Bearbeitungsgebühren in Höhe von 980,- Euro abgezogen werden (genauso wie die Kosten für Winterreifen), der Umweltbonus des Herstellers (also was Tesla auf dem Papier an Rabatt gewährt) muss aber ebenfalls raus. Also minus -3.570,- Euro, das bedeutet 3.570,- Euro oben drauf. Und somit sind es trotz 57.070,- Euro Kaufpreis plötzlich 60.660,- Euro Bruttolistenpreis.

In dieser Konstellation würde der Firmenwagen zwar 6.000,- Euro einmalige Förderprämie von der BAFA erhalten, müsste aber (wegen 660 Euro!) mit 0,5% statt mit 0,25% geldwerten Vorteil versteuert werden.

Auswirkungen der 0,25%-Versteuerung

Wie wirkt sich nun eine 0,25% gegenüber eine 0,5% oder gar 1% Versteuerung aus? Angenommen ein Arbeitnehmer verdient 54.000,- Euro brutto im Jahr, also 4.500 Euro monatlich. Das ergibt regulär ohne Kirche und mit 1,3% Krankenversicherung 2.723,82 Euro netto auf sein Konto (2021).

Mit dem oben zusammengestellten Firmenwagen gelten 50%, also 30.330 Euro Bemessungsgrundlage und es wandern (bei 15km Entfernung zum Wohnort) nur noch 2.570,79 Euro monatlich auf das Konto: 217,18 Euro weniger.

Ändern wir in dem obigen Beispiel die Farbe (rot ist die teuerste Variante) und nehmen schwarz, beträgt der Brutto-Listenpreis des Fahrzeugs nur noch 59.610,- Euro und liegt damit unter den 60.000,-.
Bei selbem Brutto-Gehalt gibt das aber nun 2.679,02 Euro monatlichem Geldeingang und somit nur mehr 108,94 Euro weniger als ohne Auto.

0,5% statt 0,25% bedeuten also in diesem Beispiel allein in einem Jahr mehr als 1.300,- Euro weniger auf’s Konto – nur wegen der höheren Versteuerung des geldwerten Vorteils. Die 660,- Euro „zu viel“ (über 60.000,- Euro BLP) schlagen da also richtig fies zu.

Nicht berücksichtigt in diesem Beispiel: wie der Arbeitgeber den Arbeitnehmer an den Kosten beteiligt – oder umgekehrt, noch die erwähnten 70 Euro pauschalen Auslagenersatz oben drauf gibt. Bei letzterem (wir haben schließlich nette Arbeitgeber!) bekommt der Arbeitnehmer 2.749,02 auf sein Konto und muss damit monatlich gerade mal auf 38,94 Euro vom Netto-Gehalt ohne Firmenwagen verzichten.

Wie wirkt sich eine Konfiguration im Vergleich aus? Beispielrechnung mit einem BLP von 59.770,- Euro:

Posten 0,25% (BEV) 0,5% (PHEV) 1% (ICE)
Bruttolistenpreis 59.770 € 59.770 € 59.770 €
Bemessungsgrundlage (abgerundet!) 14.900,00 € 29.800,00 € 59.700,00 €
Geldwerter Vorteil Privatnutzung 149,00 € 298,00 € 597,00 €
Geldwerter Vorteil Fahrten 0,03% 67,05 € 134,10 € 268,65 €
Geldwerter Vorteil gesamt 216,67 € 433,33 € 865,65 €
Umsatzsteuer auf geldwerten Vorteil 1% (AG) 138,32 € 138,32 € 138,32 €
Gehalt 4.500 Brutto 2.678,72 € 2.573,72 € 2.372,90 €
2.787,96 € (ohne Firmenwagen) – 109,24 € – 214,24 € – 415,07 €

(Umsatzsteuer muss der Arbeitgeber abführen – hier werden keine 0,25% sondern immer die 1% herangezogen, siehe weiter unten). Zur Erklärung:

  • BEV = Battery Electric Vehicle; reines Elektro-Auto ohne Verbrennungsmotor; 0,25% bis 60.000 BLP, darüber 0,5%
  • PHEV = Plugin-Hybrid Electric Vehicle; Plugin-Hybrid aus Elektro mit Verbrenner (Benzin oder Diesel), 0,5%
  • ICE = Internal Combustion Engine; reiner Verbrenner, 1%

109 Euro für das Elektroauto mit BLP unter 60.000 Euro gegenüber 415 Euro bei einem Verbrenner, also über 300 Euro jeden Monat mehr in der Tasche bei gleichem BLP: das ist für einen Arbeitnehmer schon eine klare Ansage und dafür lässt sich selbst bei Ionity viel für Laden…

Inzwischen haben auch die Online-Firmenwagenrechner die neuen Regelungen mit 0,25% bei BLP bis 60.000 Euro berücksichtigt (das war im Juli 2020 noch anders).

Kosten für den Arbeitgeber

Mit einem reinen BEV als Firmenwagen unter 60.000 Euro Bruttolistenpreis kommt der Arbeitnehmer also gut weg. Aber wie verhält es sich nun mit den tatsächlichen Kosten für den Arbeitgeber? Hier die wichtigsten Eckpunkte:

  • Beim Geschäftsleasing wird bei der Tesla-Website der Netto-Betrag angegeben, es fehlen also noch die 19% Umsatzsteuer
  • Die Mehrwertsteuer für die Leasingrate kann sich eine Firma (bspw. GmbH) aber wieder holen; durch den Vorsteuerabzug ist die MwSt. ein durchlaufender Posten
  • Die Umsatzsteuer für den geldwerten Vorteil muss jedoch mit den vollen 1% gezahlt werden, in dem Rechenbeispiel oben macht das rund 138,- Euro monatlich aus: zur Berechnung muss der gesamte zu versteuernde geldwerte Vorteil mit 19/119 (19% USt. vom Nettobetrag) berechnet werden: 866,67 € * 19/119 = 138,38 €
  • Versicherungssteuer (für Haftpflicht und Vollkasko) ist ebenfalls nicht abzugsfähig: hier muss also mit den Brutto-Preisen der Versicherung kalkuliert werden, damit die Rechnung am Ende aufgeht
  • Service- und Wartung ist bei Tesla bekanntermaßen sehr überschaubar: wer mit einem großzügigen Puffer planen will, sollte rund 100,- Euro monatlich für Wartung und Reparaturen einplanen. Bei einem Vier-Jahres-Leasing sollte aber bspw. ein Satz Sommer- und Winterreifen halten, HU ist auch nur einmal fällig und Wartung gibt es nicht viel: knapper kalkuliert können also auch 50,- Euro im Monat reichen.
Arbeitgeber-Kosten (Beispiel) Betrag
Leasingrate (netto) 500 €
Wartung und Reparatur 100 €
Versicherung (brutto) 80 €
Umsatzsteuer (1% BLP + 0,03% pro km einfache Wegstrecke zum Arbeitsplatz) 140 €
Ladepauschale* (steuerfrei) 70 €
Kfz-Steuer (10 Jahre steuerfrei bei Zulassung bis Ende 2025) 0 €
Gesamtkosten pro Monat: 890 €

Die Ladepauschale (pauschaler Auslagenersatz) entfällt, wenn bspw. eine Ladekarte zur Verfügung gestellt wird oder verringert sich auf 30,- Euro monatlich, wenn der Arbeitgeber eine Lademöglichkeit zur Verfügung stellt. Das Laden dort ist dafür aber steuerfrei!

Es gilt also für jeden Arbeitnehmer abzuwägen: lohnen sich die 70 Euro oder soll es doch lieber ein eigener Zähler vom Arbeitgeber für Zuhause sein? Bei mir persönlich ist es mit dem pauschalen Auslagenersatz wirtschaftlicher, da wir noch keine firmeneigene Lademöglichkeit haben und ich oft Zuhause lade (was in dem Fall auf meine private Stromrechnung geht).

Knapp 900,- Euro monatlich für ein Auto ist natürlich nicht wenig Geld. Im Gegenzug muss man sich aber immer im Hinterkopf halten: es geht um ein 60.000,- Euro Neuwagen, welcher grundsolide ausgestattet ist (von den Fahrleistungen ganz abgesehen). Selbst wenn der Arbeitgeber nicht alles „selbst zahlt“ und bspw. ein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld dafür kürzt oder einige Lohn-Erhöhungen auslässt, geht das zu Lasten des Brutto-Arbeitslohns. Selbst bei einer vollen Anrechnung zahlt der Arbeitnehmer (natürlich abhängig vom gesamten Jahresverdienst) weniger als 500,- Euro monatlich für die gesamte individuelle Mobilität mit einem Tesla Model 3 als Firmenwagen.

Kein Tesla ohne Referral-Code bestellen

Falls ich Dir geholfen habe, ein wenig durch den Steuer- und Förder-Dschungel Deutschlands zu kommen und deshalb jetzt ein Tesla kaufst oder least (egal ob privat oder als Firmenwagen): mittels meinem persönlichen Weiterempfehlungs-Link https://ts.la/sebastian36243 gibt es für die ersten sechs Monate 1.500 Kilometer Supercharger kostenfrei (bzw. sind es 372kWh zum gratis Laden). Das Auto wird dadurch nicht teurer, aber beide Seiten profitieren (für mich als Empfehler gibt es ebenfalls das Supercharger-Guthaben). Eine nette Art, Danke zu sagen (wenn man mal eben paar zehntausend Euro ausgeben will).

Abrechnung Supercharger mit Weiterempfehlung

Aber egal ob mein Link oder ein anderer: ohne Weiterempfehlungs-Link auf tesla.com ein Auto bestellen bedeutet 1.500 Frei-Kilometer für sich selbst zu verschenken. Daher einfach hier lang:

ts.la/sebastian36243