Tesla Model 3 als Firmenwagen

Vorweg: dieser Beitrag ist für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gedacht, welche sich überlegen, ein (reines) Elektroauto als Firmenwagen zuzulegen.

Aktualisierungen

  • 7. März: Kostensenkung bei Tesla und Erhöhung des pauschalen Auslagenersatzes auf 70,- Euro
  • 20. März: Ergänzende Klärung nachträglicher Kauf von EAP oder FSD (=> möglich)
  • 22. März: gültiger Zeitpunkt zur Berechnung des BLP (es gilt Tag der Erstzulassung)

Ich selbst habe den Schritt hin zum Elektroauto – dank meines Arbeitgebers – im August 2020 vollziehen können und bin extrem froh, umgestiegen zu sein.

Während der Recherche-Phase im Juni und Juli 2020 habe ich mich mit diversen Regeln, Gesetzen und Abläufen befasst, da dies nicht nur mein erster Firmenwagen wurde, sondern auch der erste im Unternehmen.
Anmerkung: wenn der Beitrag hilfreich ist und ein Tesla als Firmenwagen auch für Dich in Betracht kommt, freue ich mich über die Verwendung des Weiterempfehlungs-Programms von Tesla: https://ts.la/sebastian36243 (das gibt 1.500 Gratis-Kilometer am Supercharger Laden – mehr Details am Ende des Beitrags)

Die Vorteile eines reinen E-Autos als Firmenwagen

  • 0,25% Versteuerung geldwerter Vorteil (statt 1% wie bei Verbrennern) bei E-Autos bis 60.000 Brutto-Listenpreis für den Arbeitnehmer
  • 6.000 Euro Förderung von der BAFA – nicht nur bei Kauf sondern auch bei Leasing-Verträgen, sofern das Basismodell unter 40.000 Euro netto kostet
  • monatlich bis zu 50 70 Euro pauschaler Auslagenersatz (bspw. statt Tank- bzw. Ladekarte) vom Arbeitgeber (steuerfrei, Erhöhung von 50 Euro 2020 auf 70 Euro 2021)

Die Idee stand im Raum, nun ging es an’s Eingemachte: wie viel Auto geht, um den Rahmen optimal nutzen zu können? Tesla macht es einen hier leider nicht all zu leicht (vor allem Mitte 2020), aber es hat sich beim Model 3 folgendes heraus kristallisiert:

  • Volle Förderung durch die BAFA mit 6.000 Euro, da das Tesla Model 3 Standard Range Plus (SR+) 36.605,04 € Euro netto kostet (Stand 7. März 2021). Wichtig: die 39.990 Euro brutto, welche Tesla auf der Website im Konfigurator ausgibt, beinhaltet die herstellerseitige Förderung in Höhe von 3.000 Euro netto!
    Die BAFA listet das Model 3 nur noch als „Model 3 2021“ – die Varianten Long Range (größerer Akku und Allrad) oder Perfomance (größerer Akku, Allrad und stärkere E-Motoren) gelten als Zusatzausstattung, welche sich nicht auf die Förderfähigkeit auswirken. In der Liste der BAFA ist das Model 3 noch mit 39.982,76 Euro angegeben – die Differenz erklärt sich aus dem angepassten Netto-Preis, weil Tesla die Erhöhung auf 19% MwSt. nicht an den Kunden weitergegeben hat sowie der zusätzlichen Preisreduzierung im Januar. Grundsätzlich gilt: günstiger geht immer und ist kein Problem für die BAFA-Förderung
  • 0,25% bis 60.000 Brutto-Listenpreis (BLP): hier wird es jetzt komplizierter: während für die 6.000 Euro Förderung durch die BAFA der Nettopreis des Basismodells als Grundlage herangezogen werden, gilt für die Versteuerung des geldwerten Vorteils der Brutto-Listenpreis des Autos inklusive Sonderausstattung (Long Range, Anhängerkupplung, EAP, teurere Felgen usw.) zum Zeitpunkt der Erstzulassung, jedoch ohne Zusatzkosten wie Winterreifen, Überführungskosten und Bearbeitungsgebühren.
    Extras wie beispielsweise der „Enhanced Autopilot“ (EAP für derzeit 3.800,- Euro brutto) oder gar das „Volle Potenzial für autonomes Fahren“ (kurz FSD für „Full-Self-Driving“) für derzeit 7.500,- Euro brutto zählen dann nicht zum BLP, wenn das Upgrade explizit nach Kauf-/Leasingabschluss erfolgte (im Idealfall also erst nach der Zulassung). Wird es hingegen gleich bei der Bestellung des Fahrzeugs mit geordert (=> eine Rechnung), zählt es zum BLP. Hier muss man abwägen, was sinnvoller ist, da nachträglich erworbene Upgrades an das Fahrzeug gebunden sind und mit Leasing-Ende auch wieder mit zurück gegeben werden. Das Fahrzeug wird nachträglich also aufgewertet: ob das aber bei Rückgabe auch finanziell honoriert wird, darf bezweifelt werden.
    Wichtig für die korrekte BLP-Berechnung ist aber der Abzug des Umwelt- bzw. Innovationsbonus. Tesla selbst gibt in seinem Konfigurator dazu erst mal keine Informationen und auch die Rechnung später muss nochmal abgeändert werden, bis der tatsächliche BLP feststeht. Daher im Folgenden eine Beispielrechnung.

Brutto-Listenpreis aufgepasst

Nochmal die oben erwähnten Punkte bzgl. Sonderausstattung, nachträglicher Upgrade sowie Zeitpunkt der BLP-Berechnung zusammengefasst:

  • wird das Auto im Konfigurator mit EAP bestellt, zählt dieses zum BLP
  • wird der EAP nachträglich (im besten Falle nach Zulassung) als Upgrade über die Tesla-App gekauft, zählt es nicht zum BLP
  • ausschlaggebend für den BLP ist laut Gesetz der inländische (= deutsche) Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung: verändert Tesla also ungünstig die Preise (bspw. teurere Farbe), könnte es nachträglich zu einem Problem mit den 0,25% werden, wenn knapp kalkuliert wurde (bspw. ein Model 3 Performance mit aufpreispflichtiger Lackierung). Dieses Risiko dürfte aber extrem gering sein – erfahrungsgemäß dreht Tesla eher immer zu Gunsten der Kunden am Preis.

Durchhalten, bald ist es geschafft!

Das Model 3 ist auf der Website schnell konfiguriert und durch die letzte Preissenkung gibt es sogar die Performance-Variante für unter 60.000 Euro. Beispiel Model 3 Performance in rot:

Nun könnten wir meinen: inkl. Steuern, unter 60.000, passt. Dem ist aber nicht so, denn der angezeigte Kaufpreis hat nichts mit dem Brutto-Listenpreis gemein. Denn die Rechnung geht so:

Tesla Model 3 Perfomance in rot Netto Brutto (19%)
Model 3 2021 (inkl. Hersteller-Umweltbonus) 33.605,04 € 39.990 €
Hersteller-seitiger Bonus (verpflichtend für 6.000 Euro BAFA) 3.000,00 € 3.570 €
Model 3 2021 (ohne Hersteller-Umweltbonus) 36.605,04 € 43.560 €
Zusatzausstattung Performance 12.605,04 € 15.000 €
Lackierung 1.764,71 € 2.100 €
Bruttolistenpreis (BLP) 50.975 € 60.660 €

Hier zeigt sich: obwohl im Tesla-Konfigurator nur knapp über 57.000,- Euro angegeben werden: der Umweltbonus des Herstellers (also was Tesla auf dem Papier an Rabatt gewährt) darf ebenfalls nicht berücksichtig werden. In dieser Konstellation würde der Firmenwagen zwar 6.000,- Euro einmalige Förderprämie von der BAFA erhalten, müsste aber (wegen 660 Euro!) mit 0,5% statt mit 0,25% geldwerten Vorteil versteuert werden. Wichtig: Winterreifen können bedenkenlos mit geordert werden, da diese nicht in den BLP gerechnet werden!

Auswirkungen der 0,25%-Versteuerung

Wie wirkt sich nun eine 0,25% gegenüber eine 0,5% oder gar 1% Versteuerung aus? Angenommen ein Arbeitnehmer verdient 54.000,- Euro brutto im Jahr, also 4.500 Euro monatlich. Das ergibt regulär ohne Kirche und mit 1,3% Krankenversicherung 2.723,82 Euro netto auf sein Konto (2021).

Mit dem oben zusammengestellten Firmenwagen gelten 50%, also 30.330 Euro Bemessungsgrundlage und es wandern (bei 15km Entfernung zum Wohnort) nur noch 2.570,79 Euro monatlich auf das Konto: 217,18 Euro weniger.

Ändern wir in dem obigen Beispiel die Farbe (rot ist die teuerste Variante) und nehmen schwarz, beträgt der Brutto-Listenpreis des Fahrzeugs nur noch 59.610,- Euro und liegt damit unter den 60.000,-. Selbes Brutto-Gehalt, aber nun mit 2.679,02 Euro monatlichem Geldeingang: nur mehr 108,94 Euro weniger als ohne Auto.

Nicht berücksichtigt in diesem Beispiel: wie der Arbeitgeber den Arbeitnehmer an den Kosten beteiligt – oder umgekehrt, noch die erwähnten 70 Euro pauschalen Auslagenersatz oben drauf gibt. Bei letzterem (wir haben schließlich nette Arbeitgeber!) bekommt der Arbeitnehmer 2.749,02 auf sein Konto und muss damit monatlich gerade mal auf 38,94 Euro vom Netto-Gehalt ohne Firmenwagen verzichten.

Wie wirkt sich eine Konfiguration im Vergleich aus? Beispielrechnung mit einem BLP von 59.770,- Euro:

Posten 0,25% (BEV) 0,5% (PHEV) 1% (ICE)
Bruttolistenpreis 59.770 € 59.770 € 59.770 €
Bemessungsgrundlage 14.900,00 € 29.800,00 € 59.770,00 €
Geldwerter Vorteil Privatnutzung 149,00 € 298,00 € 597,70 €
Geldwerter Vorteil Fahrten 0,03% 67,05 € 134,10 € 268,97 €
Geldwerter Vorteil gesamt 216,05 € 432,10 € 866,67 €
Umsatzsteuer auf geldwerten Vorteil 1% 114 € 114 € 114 €
Gehalt 4.500 Brutto 2.610 € 2.499 € 2.286 €
2.723,82 € (ohne Firmenwagen) – 114,16 € – 224,44 € – 438,04 €

(Umsatzsteuer muss der Arbeitgeber abführen – hier werden keine 0,25% sondern immer die 1% herangezogen). Zur Erklärung:

  • BV = Battery Electric Vehicle; reines Elektro-Auto ohne Verbrennungsmotor; 0,25% bis 60.000 BLP, darüber 0,5%
  • PHEV = Plugin-Hybrid Electric Vehicle; Plugin-Hybrid aus Elektro mit Verbrenner (Benzin oder Diesel), 0,5%
  • ICE = Internal Combustion Engine; reiner Verbrenner, 1%

114 Euro für das Elektroauto mit BLP unter 60.000 Euro gegenüber 438 Euro bei einem Verbrenner: das ist für einen Arbeitnehmer schon eine klare Ansage und dafür lässt sich selbst bei Ionity viel für Laden…

Apropos Laden: falls ich Dir geholfen habe, ein wenig durch den Steuer- und Förder-Dschungel Deutschlands zu kommen und deshalb jetzt ein Tesla kaufst (egal ob privat oder als Firmenwagen): mittels meinem persönlichen Weiterempfehlungs-Link https://ts.la/sebastian36243 gibt es für die ersten sechs Monate 1.500 Kilometer Supercharger kostenfrei (bzw. sind es 372kWh zum gratis Laden). Das Auto wird dadurch nicht teurer, aber beide Seiten profitieren (für mich als Empfehler gibt es ebenfalls das Supercharger-Guthaben). Eine nette Art, Danke zu sagen (wenn man mal eben paar zehntausend Euro ausgeben will).

Abrechnung Supercharger mit Weiterempfehlung