Tesla Model 3 als Firmenwagen

Vorweg: dieser Beitrag ist für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gedacht, welche sich überlegen, ein (reines) Elektroauto als Firmenwagen zuzulegen.

Ich selbst habe diesen Schritt – dank meines Arbeitgebers – im August 2020 vollziehen können und bin extrem froh, umgestiegen zu sein.

Während der Recherche-Phase im Juni und Juli letzten Jahres habe ich mich mit diversen Regeln, Gesetzen und Abläufen befasst, da dies nicht nur mein erster Firmenwagen wurde, sondern auch der erste im Unternehmen.
Anmerkung: wenn der Beitrag hilfreich ist und ein Tesla als Firmenwagen auch für Dich in Betracht kommt, freue ich mich über die Verwendung des Weiterempfehlungs-Programms von Tesla: https://ts.la/sebastian36243 (mehr Details am Ende des Beitrags)

Die Vorteile eines reinen E-Autos als Firmenwagen

  • 0,25% Versteuerung geldwerter Vorteil (statt 1% wie bei Verbrennern) bei E-Autos bis 60.000 Brutto-Listenpreis für den Arbeitnehmer
  • 6.000 Euro Förderung von der BAFA – nicht nur bei Kauf sondern auch bei Leasing-Verträgen, sofern das Basismodell unter 40.000 Euro netto kostet
  • monatlich bis zu 50 Euro pauschaler Auslagenersatz (bspw. statt Tank- bzw. Ladekarte) vom Arbeitgeber (steuerfrei)

Die Idee stand im Raum, nun ging es an’s Eingemachte: wie viel Auto geht, um den Rahmen optimal nutzen zu können? Tesla macht es einen hier leider nicht all zu leicht (vor allem Mitte 2020), aber es hat sich beim Model 3 folgendes heraus kristallisiert:

  • Volle Förderung durch die BAFA mit 6.000 Euro, da das Tesla Model 3 Standard Range Plus (SR+) 39.050,42 Euro netto kostet (Stand 8. Januar 2021). Wichtig: die 42.000 Euro brutto, welche Tesla auf der Website im Konfigurator ausgibt, beinhaltet die herstellerseitige Förderung in Höhe von 3.000 Euro netto!
    Die BAFA listet das Model 3 nur noch als „Model 3 2020“ oder jetzt neu „Model 3 2021“ – die Varianten Long Range (größerer Akku) oder Perfomance (größerer Akku und stärkere E-Motoren) gelten als Zusatzausstattung, welche sich nicht auf die Förderfähigkeit auswirken. In der Liste der BAFA ist das Model 3 noch mit 39.982,76 Euro angegeben – die Differenz erklärt sich aus dem angepassten Netto-Preis, weil Tesla die Erhöhung auf 19% MwSt. nicht an den Kunden weitergegeben hat.
  • 0,25% bis 60.000 Brutto-Listenpreis (BLP): hier wird es jetzt komplizierter: während für die 6.000 Euro Förderung durch die BAFA der Nettopreis des Basismodells als Grundlage herangezogen werden, gilt für die Versteuerung des geldwerten Vorteils der Brutto-Listenpreis des Autos inklusive Sonderausstattung (Long Range, Anhängerkupplung, teurere Felgen usw.), jedoch ohne Zusatzkosten wie Winterreifen, Überführungskosten und Bearbeitungsgebühren – aber auch ohne Umwelt- bzw. Innovationsbonus. Tesla selbst gibt in seinem Konfigurator dazu erst mal keine Informationen und auch die Rechnung später muss nochmal abgeändert werden, bis der tatsächliche BLP feststeht. Daher im Folgenden eine Beispielrechnung.

Brutto-Listenpreis aufgepasst

Das Model 3 ist auf der Website schnell konfiguriert und gibt dann mit roter Lackierung, Anhängerkupplung, schicken 19″ Felgen und Winterreifen folgende Aufstellung:

Nun könnten wir meinen: inkl. Steuern, unter 60.000, passt. Dem ist aber nicht so, denn der angezeigte Kaufpreis hat nichts mit dem Brutto-Listenpreis gemein. Denn die Rechnung geht so:

Tesla Model 3 Long Range Netto Brutto (19%)
Model 3 2021 (inkl. Hersteller-Umweltbonus) 36.050,42 € 42.900 €
Hersteller-seitiger Bonus (verpflichtend für 6.000 Euro BAFA) 3.000,00 € 3.570 €
Model 3 2021 (ohne Hersteller-Umweltbonus) 39.050,42 € 46.470 €
Zusatzausstattung Long Range mit Dualmotor-Allradantrieb 8.058,82 € 9.590 €
Lackierung 1.764,71 € 2.100 €
19″ Sportfelgen 1.344,54 € 1.600,00 €
Winterreifen 1.722,69 € 2.050 €
Zusatzausstattung Anhängerkupplung 890,76 € 1.060 €
Listenpreis exkl. zusätzlicher Bereifung 51.109 € 60.820 €
Listenpreis inkl. zusätz. Bereifung (nicht relevant) 52.832 € 62.870 €

Hier zeigt sich: obwohl die Winterreifen nicht in den BLP mit eingerechnet werden: der Umweltbonus des Herstellers (also was Tesla auf dem Papier an Rabatt gewährt) darf ebenfalls nicht berücksichtig werden. In dieser Konstellation würde der Firmenwagen zwar 6.000 Euro einmalige Förderprämie von der BAFA erhalten, müsste aber (wegen 820 Euro!) mit 0,5% statt mit 0,25% geldwerten Vorteil versteuert werden.

Auswirkungen der 0,25%-Versteuerung

Wie wirkt sich das aus? Angenommen ein Arbeitnehmer verdient 54.000 Euro brutto im Jahr, also 4.500 Euro monatlich. Das ergibt regulär ohne Kirche und mit 1,3% Krankenversicherung 2.723,82 Euro netto auf sein Konto (2021).

Mit dem oben zusammengestellten Firmenwagen gelten 50%, also 30.400 Euro Bemessungsgrundlage und es wandern (bei 15km Entfernung zum Wohnort) nur noch 2.495,48 Euro monatlich auf das Konto: 228,34 Euro weniger.

Ändern wir in dem obigen Beispiel die Farbe (rot ist die teuerste Variante) und nehmen schwarz, beträgt der Brutto-Listenpreis des Fahrzeugs nur noch 59.770 Euro und liegt damit unter den 60.000. Selbes Brutto-Gehalt, aber nun mit 2.609,66 Euro monatlichem Geldeingang: nur mehr 114,16 Euro weniger als ohne Auto.

Nicht berücksichtigt in diesem Beispiel: wie der Arbeitgeber den Arbeitnehmer an den Kosten beteiligt – oder umgekehrt, noch die erwähnten 50 Euro pauschalen Auslagenersatz oben drauf gibt. Bei letzterem (wir haben schließlich nette Arbeitgeber!) bekommt der Arbeitnehmer 2.659,66 auf sein Konto und muss damit gerade mal auf 64,16 Euro vom Netto-Gehalt ohne Firmenwagen verzichten.

Posten 0,25% (BEV) 0,5% (PHEV) 1% (ICE)
Bruttolistenpreis 59.770 € 59.770 € 59.770 €
Bemessungsgrundlage 14.900,00 € 29.800,00 € 59.770,00 €
Geldwerter Vorteil Privatnutzung 149,00 € 298,00 € 597,70 €
Geldwerter Vorteil Fahrten 0,03% 67,05 € 134,10 € 268,97 €
Geldwerter Vorteil gesamt 216,05 € 432,10 € 866,67 €
Umsatzsteuer auf geldwerten Vorteil 1% 114 € 114 € 114 €
Gehalt 4.500 Brutto 2.610 € 2.499 € 2.286 €
2.723,82 € (ohne Firmenwagen) – 114,16 € – 224,44 € – 438,04 €

(Umsatzsteuer muss der Arbeitgeber abführen – hier werden keine 0,25% sondern immer die 1% herangezogen). Zur Erklärung:

  • BV = Battery Electric Vehicle; reines Elektro-Auto ohne Verbrennungsmotor; 0,25% bis 60.000 BLP, darüber 0,5%
  • PHEV = Plugin-Hybrid Electric Vehicle; Plugin-Hybrid aus Elektro mit Verbrenner (Benzin oder Diesel), 0,5%
  • ICE = Internal Combustion Engine; reiner Verbrenner, 1%

114 Euro für das Elektroauto mit BLP unter 60.000 Euro gegenüber 438 Euro bei einem Verbrenner: das ist für einen Arbeitnehmer schon eine klare Ansage und dafür lässt sich selbst bei Ionity viel für Laden…

Apropos Laden: falls ich Dir geholfen habe, ein wenig durch den Steuer- und Förder-Dschungel Deutschlands zu kommen und deshalb jetzt ein Tesla kaufst (egal ob privat oder als Firmenwagen): mittels meinem persönlichen Weiterempfehlungs-Link https://ts.la/sebastian36243 gibt es für die ersten sechs Monate 1.500 Kilometer Supercharger kostenfrei (bzw. sind es 372kWh zum gratis Laden). Das Auto wird dadurch nicht teurer, aber beide Seiten profitieren (für mich als Empfehler gibt es ebenfalls das Supercharger-Guthaben). Eine nette Art, Danke zu sagen (wenn man mal eben paar zehntausend Euro ausgeben will).

Abrechnung Supercharger mit Weiterempfehlung