Mein Wasser ist dein Wasser ist sein Wasser

Zugegeben, ich beschwere mich oft und gerne in sämtlichen Lebenslagen. Das sollte jedoch nicht von der Tatsache hinwegtäuschen, ich wäre nicht auch mal zufrieden. Ich bin zufrieden. Zum Beispiel mit der Tatsache, dass ich in München wohne und gut kontrolliertes, sauberes und frisches Wasser aus dem Wasserhahn bekomme (und perverserweise auch aus der Toilette). Dieses Wasser, das (unter anderem) aus dem Mangfalltal ökologisch effizient über natürliches Gefälle in die Landeshauptstadt fließt, ist sinnvoller, günstiger und einfach besser als jedes Flaschenwasser, das es im Laden nebenan zu kaufen gibt. Daher habe ich einen Trinkwassersprudler (ich steh auf diese ungesunde Kohlensäure, zumindest in Maßen) und bin fast ein bisschen stolz drauf, keine 19 Cent billige anderthalb Liter Flaschen vom Discounter zu holen, die zuvor durch die halbe Republik gekarrt wurden.

Sauberes Wasser aus der Leitung ist für uns zum Glück selbstverständlich

Sauberes Wasser aus der Leitung ist für uns zum Glück selbstverständlich

Langfristige Qualität

Warum kann ich das machen? Weil die SWM, ihres Zeichens lokales und kommunales Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen der Stadt München, die hohe Qualität sicherstellt. Sei es, weil sie ihre Rohre und Becken ordentlich warten, ökologisch bewirtschaftete Gebiete fördern, um eine Eutrophierung und sonstige Beeinträchtigung der Wassergewinnung zu verhindern und die SWM aufgrund ihrer Struktur nicht darauf angewiesen sind, Analysten und Aktionäre zufriedenzustellen und daher jedes Quartal neue und noch höhere Gewinne ausweisen zu müssen. Nachhaltiges Zukunft-orientiertes Handeln heißt das Stichwort, das den großen Vorteil der kommunalen Versorger beschreibt. Sicherlich stehen sie nicht für höchste Effizienz bei Einnahmen und Ausgaben, aber genau das vermag wohl der Vorteil sein. Sie denken in Generationen statt Quartalen, machen sich Gedanken über die zuverlässige Versorgung in zehn Jahren statt über die Umsatzzahlen nächsten Monat.

 

Privatisierung

Und trotzdem werden jetzt wieder die Weichen gestellt, die  bisherigen „Erfolgskonzepte“ weiter zu führen. Die Grundversorgung mit Wasser zu privatisieren entbehrt jeglicher Logik und ist für normal denkende Menschen schlicht nicht nachvollziehbar. Die vorgeschobenen Gründe, Privatunternehmen können höhere Investitionen stemmen und arbeiteten effizienter, sind schlicht eine Farce. Mehr Wettbewerb und sinkende Preise durch die „Marktöffnung“? Jeder, der das für den Sektor Wasser behauptet, darf mir gerne Zahlen präsentieren. Valide Studien, die genau das belegen. Doch bisher war immer das Gegenteil der Fall. Wenn der EU-Kommissar für Wettbewerb Michel Barnier dann trotzdem eine schrittweise Öffnung durch die Hintertür ermöglichen möchte, stellt sich mir eine Frage: glaubt er wirklich selber an das, was er erzählt, oder ist es ihm einfach scheißegal?

 

Gegen den Rückschritt

Wenn jemand für etwas ist, wo der gesunde Menschenverstand sofort interveniert und laut Stopp schreit, muss doch die Frage erlaubt sein, warum das so ist. Und es muss erlaubt sein, diese Irrwege im Vorfeld zu unterbinden und dagegen zu stimmen. Und das kann jeder von uns tun: http://www.right2water.eu/de

 

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