Artikel

So geht Banking 2020 – Teil 2

Neues Jahr, neue Vorsätze. Eines der Ziele für 2020: wieder mehr hier im Web schreiben und mittels „Mikro-Blogging“ (vgl. Mike Kucketz‘ Microblog) öfters, aber dafür kürzere Beiträge verfassen.

Logo Schriftzug bunq

Im Oktober 2016 verfasste ich einen längeren Beitrag über N26, dem (damaligen) Fintech-Startup aus Berlin. Ich war schlicht begeistert, wie liebevoll, hübsch und praktisch Online-Banking sein kann und ein echter Mobile-First-Ansatz verfolgt wird. Inzwischen habe ich mein (Haupt-Ausgaben-) Konto nicht mehr bei N26, sondern bin zu bunq gewechselt – mit einigen wenigen Nach-, aber dafür vielen Vorteilen.

Premium? Aber gerne!

Für das eigene Bankkonto bezahlen? Viele Jahre wollte ich genau das vermeiden: DKB und N26 bieten mit ihren kostenfreien Konten so viele Vorteile, dass allen voran die Sparkasse, aber auch Raiffeisenbanken (auch heute noch) nicht mithalten können. Für mich war es fast schon unvorstellbar geworden, einen monatlichen Obolus für die Kontoführung zu bezahlen. Und dann wurde ich auf bunq aufmerksam.

Die Bank aus den Niederlanden bietet zwar kostenfreie Modelle an, jedoch sind diese vom Funktionsumfang weit hinter DKB oder N26. Richtig spannend ist deren Premium-Modell: für 7,99 Euro (einzeln) oder via Joint für 9,99 Euro (für Partner) bietet die Bank so unglaublich viele gute Features, dass ich dafür zu zahlen gerne bereit bin. (Am Rande sei erwähnt, dass es mittels bunq Pack auch noch ein wenig günstiger geht, aber ist hier für mich aktuell nicht relevant).

Echtzeitüberweisung, 25 Konten, Mobile First

bunq punktet mit (für mich relevante!) Premium-Features, dass ich gerne dafür bezahle.

Echtzeitüberweisung

Echtzeitzahlung mit bunq

Rückmeldung, ob die Zahlung auf der Gegenseite auch ankam, automatisches Sparen und weiteres, kleines Sicherheitsfeature: wo wurde diese Überweisung durchgeführt?

Was die Sparkassen und Raiffeisenbanken technisch bereits (größtenteils) überall umgesetzt haben, lässt beim damaligen Innovationsführer N26 bis heute auf sich warten: Echtzeitüberweisungen aka Instant Payments, aka SCT Inst. (SEPA Credit Transfer Instant). Innerhalb von zehn Sekunden Geld von einem Bankkonto auf ein anderes überweisen, IBAN genügt. Was eigentlich eine Revolution in der Bankenwelt und Bezahlwesen sein könnte, wird durch eine dumme Preispolitik torpediert: Sparkassen und Raiffeisenbanken schwanken zwischen kostenfrei bis hin zu 1,50 Euro pro Überweisung. DKB bietet bisher nur den Empfang von Echtzeitüberweisungen an, nicht jedoch das Senden (und schweigt sich leider auch darüber aus, bis wann es kommen soll). Und bunq? Hat es standardmäßig implementiert. Bedeutet: hat der Empfänger ein Konto bei einer Bank, die das Empfangen von SCT Inst. unterstützt, kommt das Geld sofort an. Ohne zusätzliche Gebühren. Punkt für bunq, aber dafür kostet das Konto halt auch monatlich Geld.

25 Konten

bunq Konten

Neues Konto einfach per Klick in der App hinzufügen

Noch deutlicher hebt sich bunq von den Marktbegleitern ab, wenn es um das Thema Anzahl möglicher Konten geht. Hier bieten die Niederländer an, über die App einfach bis zu 25 Konten zu eröffnen: alle mit eigener IBAN, von allen kann Geld gesendet oder empfangen werden. Welche physischen und virtuellen (Kredit-)Karten von welchen Konten abbuchen: alles in Echzeit über die App konfigurierbar. So viele Konten braucht man nicht? Sicher, aber es eröffnet völlig neue Möglichkeiten:

  • ein gemeinsames Ausgabenkonto für Angelegenheiten des alltäglichen Bedarfs: Tanken, Lebensmitteleinkäufe, Restaurantbesuche usw.
  • ein persönliches Ausgabenkonto für eigene Einkäufe
  • ein gemeinsames Fixkosten-Konto: alles, was planbar und wiederkehrend abgebucht/bezahlt werden soll: Internet- und Telefonanschluss für die Wohnung, Strom, Netflix, Amazon Prime, Hausgeld/Miete, Rundfunkbeitrag, Versicherung usw.
  • Ein eigenes Konto für Verkäufe: bei ebay Kleinanzeigen die eigene Kontonummer für Überweisungen rausgeben? Lieber ein Konto, welches regulär immer null Euro Guthaben hat und auch nicht überzogen werden kann. Das dämmt dich Missbrauchsgefahr weiter ein.
  • gemeinsame und/oder persönliche Sparkonten: bei bunq wird ein solches Vorhaben auch unterstützt, indem bei jeder Ausgabe auf den nächsten vollen, zwei oder fünf Euro aufgerundet wird – und die Differenz fließt auf ein entsprechendes Sparkonto
  • gemeinsames und/oder persönliches Konto für Rücklagen: größere Auto-Reparatur? Haustier krank und OP notwendig? Hier wird vorgesorgt!

 

Eine solche Konstellation ist selbstverständlich nur eine von unzähligen Möglichkeiten, wie die vielen Konten verwendet werden können. Nebenbei ist ein vielfach empfohlenes 3-Konten-Modell damit spielerisch zum Umsetzen – und kann auch noch aufgebohrt werden.

Nachteile? Jep.

Ein Konto bei bunq hat nicht nur Vorteile. Neben den monatlichen Gebühren für das Konto ist es vor allem die niederländische IBAN, welche aus unterschiedlichen Gründen leider immer noch für einen gewissen Mehraufwand sorgt. Vorweg: diesen Nachteil sollte es eigentlich gar nicht geben, denn es handelt sich schlicht und ergreifend um die sogenannte IBAN-Diskriminierung. Da ich aber den europäischen Gedanken mit einheitlichen Zahlungsverkehr sehr schätze und fo(e)rdern möchte, habe ich fast alles auf bunq umgestellt. Nachteile beim Bezahlen mit niederländischer IBAN:

    • Manche Online-Shops / Warenwirtschaftssysteme sind nur auf deutsche bzw. numerische IBAN nach der Länderkennung ausgelegt: während diese nur vorne die zwei Buchstaben DE für Deutschland haben, folgen danach nur Ziffern. In den Niederlanden sind jedoch auch Buchstaben erlaubt: NL92 BUNQ […]. Das ist nach Ansicht der Bundesanstalt für
      Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz BaFin) rechtlich nicht zulässig, aber trotzdem immer noch weit verbreitet.

      […] vielen Dank für Ihre Bestellung, leider können wir ausländische Lastschriftdaten nicht verarbeiten. Bitte überweisen Sie die Rechnung auf unser nachstehendes Konto. […]

 

Mobile First

Wie N26 ist auch bunq vollständig nach dem Mobile First Prinzip ausgerichtet: zuerst die App für’s Smartphone, dann kommt Desktop. Im Gegensatz zu den Berlinern gibt es aber aus den Niederlanden auch eine geniale App für’s Tablet, welche der Smartphone-App in nichts nachsteht. Die Desktop-Version von bunq, welche in der zweiten Jahreshälfte 2019 veröffentlicht wurde, ist noch extrem rudimentär und aus meiner Sicht noch ein Nachteil, wenn man gerne am Rechner diverse Sachen erledigen möchte.

Der große Vorteil dieser Ausrichtung: die App funktioniert sagenhaft. Das Smartphone & Tablet sind Teil des Sicherheitskonzeptes, was die notwendigen Bestätigungen reduziert. Usability und UX: ganz großes Kino. Aufgrund der schnellen Verfügbarkeit von Kontostand und Ausgaben, Überweisungen und Sparzielen ist das Bezahlen mit Karte angenehmer und übersichtlicher als ein Geldbeutel voll mit Bargeld (und nein, Bargeld gehört deswegen nicht abgeschafft, sondern ist Teil einer offenen, liberalen und demokratischen Gesellschaft).

Sicherheit

Bereits eben kurz angerissen, spielt auch das Thema Sicherheit bei den eigenen Finanzen immer eine Rolle. Kurzfassung: ich fühle mich mit den einzelnen Konten sicherer und mein Geld besser aufgehoben als alles, was ich zuvor hatte. Die Gründe:

  • eine physische oder virtuelle Maestro oder Mastercard wird einem Konto zugewiesen, auf dem nur so viel Geld wie notwendig liegt: bei Scamming am Bargeldautomaten wird so der Schaden drastisch eingeschränkt.
  • größere Rücklagen (empfohlen werden ja mindestens drei Netto-Monatsgehälter) liegen auf einem eigenen Rücklagen-Konto
  • alle Einlagen sind bis 100.000 Euro von der niederländischen Zentralbank abgesichert (gleich wie im deutschen Bankenwesen)
  • Lastschrift-Freigabe: das Geld wird nicht wie üblich einfach nur abgebucht und kann – im Falle eines Missbrauchs – bis zu sechs Wochen noch wieder zurück geholt werden, sondern eine Zahlung wird vorab freigegeben. Für wiederkehrende Zahlungen kann auch eine Whitelist angelegt werden.
  • Push-Mitteilungen über alle relevanten Vorgänge

Karten

bunq bietet den Kunden eine Auswahl an Karten zum Bestellen an:

  • Maestro: für den europäischen Zahlungsverkehr geeignet, in Deutschland höhere Akzeptanz als Mastercard (geht also oft auch an Verkaufsstellen, die „keine Kreditkarten akzeptieren“)
  • Mastercard (Debit): gibt sich als Debit-Karte aus, zum Bezahlen ebenso geeignet
  • Mastercard (Credit): gibt sich als Kreditkarte aus (wichtig noch z. B. bei Autovermietungen, Hotels u. Ä.)
  • Online-Karten: virtuelle Kreditkarten mit auf Wunsch wechselnden CVC Sicherheitscode

Bis zu drei physische (frei wählbar welche) und fünf Online-Karten können ohne zusätzliche Kosten geordert werden. Eine „Wegwerf-Kreditkarte“ für Online-Shopping ist damit genauso möglich wie zwei verschiedene Karten inkl. Apple Pay (z. B. für Gemeinschafts- und persönlichem Konto). Pro Karte kann ein Haupt- und Zweitkonto hinterlegt werden und diese mittels zwei verschiedener PIN verwenden. Die Möglichkeiten sind also auch hier wieder sehr vielfältig.

Beste Features

Vielleicht schreibe ich noch einzelne Blogbeiträge oder ergänze diesen hier, welche auf einzelne Features näher eingeht. Damit die Vorteile aber jetzt erst mal nicht unerwähnt bleiben, hier noch weitere Funktionen, die ich nicht mehr missen möchte:

  • Fotos, PDF und Notizen zu Transaktionen: alles kann zu einer Transaktion hinzugefügt werden. Die Bilder – z. B. Fotos vom Kassenbon – sind auf Wunsch (extra zu aktivieren, da externer Dienst von Google) durchsuchbar
  • PDF zu bunq laden, auslesen lassen und gegebenenfalls korrigieren (Auto-Erkennung Betrag, Konto, Name). Die PDF wird dann gleich mit zur Transaktion gespeichert und ist später wieder leicht aufzufinden!
  • Egal ob Karten temporär sperren, Zahlungen nur in bestimmten Ländern erlauben, PIN-Code ändern: alles in Echtzeit in der App konfigurierbar.
  • Open API: alles, was in der App gemacht werden kann, kann auch über die Schnittstelle ausgelesen oder geschrieben werden.
  • CVC ändern: unseriös anmutender Online-Shop? Sicherheitscode der Kreditkarten nach der Bezahlung einfach ändern, fertig. Abos, welche über Kreditkarte bezahlt werden, brauchen den CVC nicht.

 

Kontenvergleich

FeaturesDKBN26 (Premium)bunq
Konto & Gebühren
Gebühren0,00 €9,90 €9,99 €
IBANDEDENL
Konten2*125
Spaces / Unterkontenneinjaja, mit IBAN
Gemeinschaftskontoja (eines)neinja (bis zu 25)
Bezahlen
Echtzeitüberweisung (empfangen/senden)nur empfangenneinja
girocardjaneinnein
Maestrojajaja
Mastercardneinjaja
Visajaneinnein
Bezahlen Sicherheit
Lastschrift-Freigabeneinneinja
PIN-Wechselneinjaja
Karten temporär sperrennur Kreditkartejaja
Karten beschränkennur Kreditkartejaja
Push-Benachrichtigungen Abbuchungennur Kreditkartejaja
Push-Benachrichtigungen Geldeingangneinjaja
App & Desktop
Smartphone-Appjajaja
Mobile Firstneinjaja
Tablet-Appjaneinja
Desktopja (alle Funktionen)ja (viele Funktionen)ja (eingeschränkt)
Weitere Features
Aufrunden-Sparen beim Bezahlenneinneinja
Foto(s) zu Transaktionenneinja (eines)ja (mehrere)
Fotos zu Transaktionen durchsuchbarneinneinja (auf Wunsch)
Notizen zu Transaktionenneinneinja
Tags zu Transaktionenneinjanein
Kategorisierung von Transaktionenneinjaja
Überziehung möglichjajanein
SCHUFA-Benachrichtigungjajanein

bunq-Konto eröffnen​?

Zufriedene Kunden empfehlen weiter. Bisher wurde das mit 10,- Euro auf jeder Seite belohnt. Ob dies aktuell noch der Fall ist, weiß ich gerade nicht. Falls ihr es mit mir herausfinden wollt:
bunq.com/invite/SebastianEggersberger

Empfehlenswerte Lektüre und Infos zu DKB & bunq gibt es auch bei blackwater.live

  • Kommentare deaktiviert für So geht Banking 2020 – Teil 2
  • Veröffentlicht in: Banking
Artikel

So geht Banking 2016 – Teil 1

iTANs, TAN-Generatoren, kostenpflichtige Mobil-TAN, Push-TAN und weitere teils sichere, teils unsichere Verfahren haben mich die letzten Jahre beim Online-Banking begleitet. Kurzum: alles Unfug.
Zu unflexibel, zu aufwändig, zu teuer, zu unsicher, zu umständlich. Das ist das Kurz-Fazit zur deutschen Banking Welt im Jahr 2016.

Volksbanken und Raiffeisenbanken, Sparkassen und Konsorten haben die Chance verpasst, sinnvolles Online-Banking auf der (technischen und nutzerfreundlichen) Höhe der Zeit zu etablieren, das gut aussieht und einfach funktioniert.
Selbst die DKB, bei der ich eigentlich zufriedener Kunde bin, schaffte es nicht, neue Maßstäbe zu setzen. Richten muss es ein Startup, das mit dem unscheinbaren Giganten und B2B-Zahlungsdienstleister Wirecard kooperiert, um mit deren Banklizenz frischen Wind in die verstaubte Online-Banking Welt zu bringen: N26 (zuerst Number26).

Um es an dieser Stelle bereits vorwegzunehmen: nein, ich bekomme (leider) kein Geld von dem Startup, sondern schreibe diesen Beitrag aus freien Stücken. Zum einen, weil mich die Idee und die Umsetzung von N26 schlicht begeistert. Zum anderen, weil ich gerne andere Menschen überzeugen möchte, dass Online-Banking einfach sein kann.

„Ich kann dir das Geld am Wochenende überweisen, da bin ich wieder zu Hause.“ Aussage von ehemaligen Kommilitonen, wohlgemerkt dieses Jahr. Das geht einfacher – und ich versuche hier von mehreren Seiten zu beleuchten, wieso und warum.

Die Grundidee

Dreh- und Angelpunkt des N26 Kontos ist das eigene Smartphone. Also das Gerät, welches jeder heutzutage ständig bei sich hat, mit über 90% Wahrscheinlichkeit mit Android oder iOS läuft und somit für sehr sehr viele Menschen die perfekte Basis für ein sichereres und einfaches Banking bietet. Wenn das Smartphone einmal plötzlich den Dienst versagen sollte oder gegen ein neues ausgetauscht wird: es gibt natürlich ein Web-Interface, über das sich die Smartphone-Kopplung regeln lässt. Mehr dazu später bei der Darstellung des Sicherheitskonzepts.

Die Kontoeröffnung

Für eine Kontoeröffnung wird im ersten Schritt die N26 App installiert. Damit ist der erste von drei großen Schritten geschafft. N26 wirbt mit einer Kontoeröffnung in 8 Minuten. Das ist natürlich übertrieben. Ich hatte mitgestoppt – bei mir waren es 10 Minuten!
Die App fiel aber bereits bei diesem Prozess sehr positiv auf: liebevoll gestaltete Animationen, durchdachtes Design, extrem nutzerfreundliche und intuitive Benutzerführung: Hut ab, hier wurde alles richtig gemacht!

Eine Kontoeröffnung verlangt eine Identitätsprüfung. Die Bank muss wissen, dass ich der bin, der ich sage, dass ich bin. Das läuft bei anderen Banken entweder über das weit verbreitete PostIdent-Verfahren oder über die dermaßen komplizierte Authentifizierung mit dem elektronischen Personalausweis. Da letzteres gut gedacht, aber schlecht gemacht ist, pfeift N26 (völlig zu Recht) auf diese Lösung und setzt auf eine App innerhalb eigenen App. Über den Dienst IDnow wird bis 24 Uhr in der Nacht bestätigt, dass ich die im Registrierungsprozess angegebene Person bin und tatsächlich existiere. In meinem Fall telefonierte ich per Video-Chat um halb elf nachts mit einem sehr gut gelaunten Mitarbeiter, der fließend deutsch sprach und alles reibungslos abwickelte.

Fazit: nach dem Herunterladen und Starten der App hatte ich innerhalb von zehn Minuten ein neues Konto eröffnet mitsamt der dazugehörigen IBAN: ich konnte also ab jetzt bereits Überweisungen empfangen – Geld war ja natürlich noch keines drauf und einen Dispo gibt es ohne Antrag nicht. Dafür wird aber nicht mal der Datenkrake Schufa was mitgeteilt – wozu auch.

Die Master- und Maestro Card

Danach hieß es natürlich erst einmal warten, bis Geld eingetroffen ist (immerhin inzwischen nach einem Werktag) und bis die MasterCard kam. Drei Tage später im Briefkasten wird die Kreditkarte verifiziert und freigeschaltet – auch hier unterstützt die App durch eine einfache Bedienung und nutzerfreundlichem Design.

Die Maestro Card – quasi ein naher Verwandter der bekannten EC-Karte mit ähnlich hohem Akzeptanz-Grad bei den Geschäften, kann der Neukunde von N26 erst bestellen, wenn mindestens einmal 100 Euro drauf sind. Ist ein fairer Deal, wenn man die bisherigen Kosten von null Euro bedenkt und bereits eine Kreditkarte in den Händen hält.

Das Sicherheitskonzept

Wie eingangs erwähnt bin ich kein Freund der aktuell etablierten Lösungen der Bankenwelt – auch mit den neuen Secure Apps für die TAN-Generierung: zu kompliziert. Bei N26 ist die App mit dem physischen Gerät gekoppelt und mit dem Login-Passwort bzw. dem Fingerabdruck geschützt. Ebenfalls Bestandteil der Einrichtung ist das Festlegen eines sogenannten Überweisungscodes, mit dem Transaktionen nochmal geschützt werden. Dieser ist vierstellig, natürlich geheim und frei wählbar. Also keine TAN, die sich ständig ändert, sondern vergleichbar mit dem PIN für die EC-Karte.

Konto leerräumen

Das bedeutet: wer Geld über mein N26 Konto überweisen will, benötigt also mein Smartphone, die TouchID bzw. den PIN-Code für das Entsperren des Gerätes, nochmal die TouchID bzw. das Passwort zum Entsperren der App und meinen geheimen Überweisungscode. Das ist doch okay, oder?

N26 bietet neben der App für das Smartphone auch eine Website für die Desktop-Nutzung (und Tablet-Nutzung im Querformat – das wiederum ist Mist). Unter my.number26.de kann sich der N26-Nutzer also mit E-Mail Adresse und dem Passwort (welches auch für die App verwendet wird) anmelden, den Kontostand und Analysen einsehen und natürlich auch überweisen. Hierzu wird ebenfalls noch der Überweisungscode benötigt und – hier kommen wir wieder zum Sicherheitskonzept – die Freigabe der Transaktion mittels Smartphone.
Das bedeutet, dass selbst wenn die Zugangsdaten zum Online-Banking kompromittiert werden, können Angreifer lediglich den Kontostand und die Transaktionen sehen (wie bei jedem anderen Online-Banking auch), jedoch keine Überweisungen durchführen (fehlender Überweisungscode und fehlendes Smartphone zum Freigeben).

Screenshot N26 Geldabhebung

Push-Benachrichtigung über eine soeben erfolgte (kostenfreie) Abhebung an einem Geldautomaten.

Sicherheit durch sofortige Transaktionsanzeige

Egal ob Bezahlen mit der Mastercard, Maestro Card, bei Online-Bestellungen oder normale Daueraufträge: jede Transaktion (auch eine Vorab-Belastung) wird umgehend angezeigt. Kein mehrtägiges Warten, bis das Geld des letzten Restaurant-Besuchs auch wirklich in der Umsatzanzeige auftaucht, sondern eine umgehende Push-Benachrichtigung aufs Smartphone über die soeben erfolgte Abbuchung (oder Gutschrift). Das bedeutet: wenn meine Kreditkarte für eine Bezahlung verwendet wird, erfahre ich das sofort – und kann sie umgehend sperren, wenn die Transaktion nicht ich ausgelöst habe.

Screenshot N26 Karteneinstellungen

Kreditkarte vermeintlich verloren? Einfach sperren! Wieder gefunden? Wieder entsperren und weiter nutzen!

Fortsetzung folgt im Teil 2 mit einer Übersicht von Vor- und Nachteilen, Alternativen und einer Erfahrung aus einem halben Jahr N26-Nutzung.

  • Kommentare deaktiviert für So geht Banking 2016 – Teil 1
  • Veröffentlicht in: Banking